Vorlage im Mobilitätsausschuß und unsere Stellungnahme

Querungshilfe Haltepunkt Isselhorst Avenwedde. 
Neben der Prüfung der Straßenraumbreiten wurde in Folge des vorliegenden Prüfantrages erneut die Situation im Bereich des Haltepunktes Avenwedde-Bahnhof beurteilt.
Die Einrichtung einer Querungshilfe orientiert sich an drei Parametern:
– Zulässige Höchstgeschwindigkeit
– Verkehrsmenge
– Zahl der Querungen

Unter Berücksichtigung dieser Parameter konnte die Notwendigkeit einer Querungsanlage nicht identifiziert werden. Die Verwaltungseinschätzung wird bestärkt durch eine vorliegende Entwurfsplanung inklusive Kostenschätzung, die die Einrichtung einer Querungshilfe vorsieht; die Gesamtkosten werden mit etwa 250.000 € prognostiziert.
Im Ergebnis kommt die Verwaltung hier zu der Einschätzung, von der Einrichtung einer Querungshilfe abzusehen.
Die Prüfergebnisse wird die Verwaltung anhand einer Präsentation vertieft vorstellen.

Der Originaltext ist unter Vorlage 299/2024 auf den Internetseiten der Stadt Gütersloh einzusehen.

Dazu gibt es aus unserer Sicht folgende Stellungnahme:

Genese (k)einer ‚Querungshilfe‘ am „Bahnhof – Isselhorst-Avenwedde“?
Seit vielen Jahren beurteilen Bürger*innen, Politik und Verwaltung die Verkehrssituation im Bereich des Bahnhofs für besonders gefährlich und erwarten Maßnahmen, diese zu entschärfen:

  • Das „Queren“ der Isselhorster Str. im Bereich des Bürgerhauses vor der Unterführung zum Park&Ride-Platz
  • Radfahrende von der Friedrichsdorfer Str. in Richtung Isselhorst müssen die Unterführung entweder auf der Fahrbahn passieren oder den „Radweg“ auf der gegenüberliegenden Straßenseite entgegen der Fahrtrichtung benutzen. Dieser enthält zwei Gefahrenstellen: Zunächst das Queren der Fahrbahnen im Kreuzungsbereich und hinter der Unterführung das Überqueren der Felix-Wankel-Str. aufgrund der hier sehr eingeschränkten Sichtverhältnisse.

Als Reaktion auf das Anschreiben an den damaligen Bürgermeister H. Schulz gab es dann mehrere Treffen und letztlich die Entscheidung es bleibt alles beim Alten.
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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schulz,
der Stadtteil Avenwedde-Bahnhof leidet sehr unter dem hohen und lauten Durchgangsverkehr auf der Isselhorster – und Friedrichsdorfer Straße. Besonders gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer in den vier eingezeichneten Teilabschnitten entlang dieser Kreisstraßen, wenn sie die Fahr-bahn überqueren müssen.

Abschnitt I. Hier im Bahnhofsbereich sind die Straßenüberquerungen zu den Zügen besonders heikel: Für Schülerinnen und Schüler, die auf der Isselhorster Seite der Gleise wohnen, für Fahrradfahrer/innen aus Isselhorst oder diejenigen, die den Park&Ride-Platz nutzen. Besonders riskant sind Überquerungen mit kleinen Kindern.
Der Vorschlag aus dem Fachbereich Stadtplanung, hier für den Bahnhofsbereich ein Gesamtkonzept zu entwickeln und u.a. eine Querungshilfe einzubauen, wird hier die Sicherheit erhöhen und deshalb sehr begrüßt.
Aber die Umsetzung (Planen, Finanzierung im Haushalt sichern und Bauen) wird voraussichtlich erst in zwei Jahren (2020) realisiert werden können.
Aufgrund der besonderen Gefahren in diesem Bereich ist eine Entschärfung dringend geboten: Wir beantragen deshalb eine zeitnahe Ausweisung von … einem Tempo-30-Abschnitt auf der Isselhorster- und Friedrichsdorfer Straße
Auszug aus einem Bürgerantrag der abgelehnt wurde. In einem internen Gespräch mit der Verwaltung wurde die Gefahrenlage nicht verneint, aber eine vorübergehende Anordnung auch aus Gründen von Personalmangel und befürchteten weiteren, ähnlichen Anträgen aus der Bevölkerung abgelehnt.

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Treffen vor Ort aus der Verwaltung (Zirbel, Wever, Schulz, Lang, Habig, Linzel, Schwarzer…) und ein reger Austausch mit Politiker*innen, sowie mit Polizistinnen im Rahmen eines Sicherheitstrainings („Aktion Sicheres Radfahren im Stadtteil Avw-Bhf“).
Herr Wewer (Vorgänger v. Herrn Küpper) veranlasste 2018 Filmaufnahmen: Die Aufzeichnungen – so Herr Wewer – würden die Forderung nach einer dringenden Entschärfung der Verkehrssituation rechtfertigen. Es folgten div. Vorschläge (zusätzlicher Zebrastreifen, Änderungen der Vorfahrtsregelung im Kreuzungsbereich, Fußgängerampel, Tempo-30-Zone…), bis aus der Verwaltung der Vorschlag kam, eine Querungshilfe mit Mittelinsel zum Park&Ride-Platz einzurichten: Die Straße könne mit Einbeziehen des Böschungsbereichs am Parkplatz verbreitert werden. Nur würde der Verwaltung momentan das Personal fehlen, es zeitnah zu realisieren…

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Zwischenzeitlich wurde die Planung aufgeschoben, weil die DB ankündigte, den Zugang zu den Gleisen für den Nahverkehr auf die andere Bahndammseite zu verlegen und in absehbarer Zeit die Bahnunterführung zu renovieren. Nach mehreren Anzeichen, dass dies nicht in den nächsten 10 Jahren realisiert würde, hat Herr Küpper bei internen Treffen und in öffentliche Sitzungen (MOBI, APBI) mehrmals angekündigt: „Die Querungshilfe werde nun „zeitnah im nächsten Halbjahr“ eingerichtet“.
Wer nutzt den Park&Ride-Platz? Außer den täglichen Pendler*innen und ständig zunehmenden Fahrgästen des Nahverkehrs ebenso Besucher*innen des Bürgerhauses zu div. Veranstaltungen im und am Bürgerhaus, z. T. mit mehreren 100 Personen und vielen Kindern.

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Letztlich wurde die Querungshilfe Stand heute abgelehnt.

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Wir möchten betonen: Es war nicht unsere vorrangige Forderung, hier eine Querungshilfe mit Mittelinsel einzubauen, sondern, dass Maßnahmen vorgenommen werden, die die Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr verbessern. Der Vorschlag, der aus der Verwaltung kam, ist eine optimale Lösung – wenn er jetzt aber nicht (zeitnah) umgesetzt werden kann, dann müss(t)en doch andere, realisierbare Vorschläge ‚auf den Tisch‘.
Ansonsten entsteht der Eindruck, dass bei Vorschlägen und Anregungen aus der Bürgerschaft die ‚Verwaltung‘ so reagiert:
Wehret den Anfängen – Wenn wir uns darauf einlassen, könnten mehr Begehrlichkeiten entstehen, die uns zusätzliche Arbeit machen…
Anstatt Probleme zu ignorieren oder zu verharmlosen, kann erwartet werden, dass zumindest Lösungsvorschläge aufgezeigt werden.

Dieter Schluckebier, 4 Juni 2024

 

 

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